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Verhinderungspflege

Verhinderungspflege gibt es in der häuslichen Pflege. Ein pflegebedürftiger Mensch wird von Angehörigen, Verwandten oder Freunden gepflegt. Doch die Pflegepersonen haben nicht immer Zeit, müssen selbst einmal zum Arzt oder machen auch mal einen Urlaub. Für diese Zeit muss eine Ersatzpflegeperson die Pflege übernehmen.

Unterstützung im Alltag der pflegenden Angehörigen

In der häuslichen Pflege von Angehörigen ist es unmöglich, 24 Stunden rund um die Uhr präsent sein zu können. Die Pflegenden müssen selbst zum Arzt, zum Friseur, ins Krankenhaus oder einfach nur einmal zum Ausspannen. Damit die pflegebedürftige Person auch trotz Verhinderung des Pflegenden gut und optimal versorgt wird, kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Von Ersatzpflege spricht man, wenn die Pflege zu Hause stattfindet, die reguläre Pflegeperson verhindert ist und die Pflege ersatzweise durch eine andere Person ausgeführt wird.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein um Verhinderungspflege in Anspruch zu nehmen?

Es muss mindestens der Pflegegrad 2 vorliegen.

Der zu Pflegende muss durch eine private Pflegeperson (Angehörige, Freunde) mindestens 6 Monate zuvor betreut worden sein. Der Beginn der Pflegezeit wird meist mit dem Zeitpunkt der Genehmigung der Pflegestufe / gleichgesetzt. (Tritt ein erneuter Fall ein, der eine Pflegevertretung erfordert, entfällt die 6monatige Wartezeit.)

Wird der zu Pflegende ausschließlich über einen Pflegedienstbetreut und nicht von den Angehörigen, können die Angehörigen keine Ersatzpflege beantragen.

Wie hoch sind die Erstattungen für die Verhinderungspflege?

Bei Pflegegrad 2 bis 5 erhalten Sie eine Erstattung von bis zu maximal 1.612 Euro pro Jahr. Wird die Pflegevertretung durch eine verwandte Person (einschließlich 2. Verwandtschaftsgrad) oder eine in häuslicher Gemeinschaft des Pflegebedürftigen lebenden Person durchgeführt, ist die Kostenerstattung auf den 1,5 fachen Betrag des Pflegegeldes beschränkt. Allerdings können Verdienstausfall oder Fahrtkosten zusätzlich mit angerechnet werden. Eine Aufstockung ist dann bis max. 1.612 €uro möglich. Für alle anderen Personen und gewerblichen Dienstleister zahlt die Pflegekasse max. 1.612 Euro. Den Pflegekassen sind zur Abrechnung der Verhinderungspflege die Belege vorzulegen.